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Justin Levi

Justin Levi ist am 4. April 1921 in Öhringen geboren. Er ist der Sohn von Irma Levi,  geb. Kocherthaler und Hugo Levi.
Er besuchte in Öhringen die Schule und das Progymnasium und emigrierte am 6. Januar 1936 nach Montbeliard bei Belfort. Später zog er nach Paris zu dem Bruder seines Vaters und dessen Frau.

Warum, wann und wie Justin in das Arbeitslager nach St. Priest Taurion gekommen ist, entzieht sich unserer Kenntnis.

Vermutlich musste er Dienst bei den 1940 eingerichteten Arbeitslagern für Fremde leisten: GTE steht für groupement travailleurs etrangers

Anschrift: Det.313e GTE
St. Priest Taurion
Hte Vienne

Obwohl das in Frankreich in der nicht besetzten Zone war, wurde Justin nach Drancy (Stadtteil von Paris) transportiert und anscheinend direkt weiter am 26. August 1942 von Drancy aus nach Auschwitz (Transport 24 , Train 901-19 from Drancy, Camp, France to Auschwitz Birkenau, Extermination Camp, Poland Ankunft am 28. August ).


Quelle: List of deportation from France – Deportationsliste
Le Memorial de la deportation des juifs de france, Beate et Serge Klarsfeld, Paris 1978

Im Zug waren 1002 Menschen, davon wurden 65 Menschen aussortiert, weil sie arbeitsfähig waren, 937 wurden in Birkenau direkt vergast.
Es war der erste Zug, der in Cosel angehalten wurde, um arbeitsfähige Männer auszusortieren.
Aus diesem Transport haben nur 23 Personen das Kriegsende überlebt.

Die Gefangenennummer  die Justin 1944 bekam, besagt, dass er in Blechhammer Zwangsarbeit verrichten musste. Blechhammer wurde am 1. April 1944 als Außenlager von Auschwitz übernommen. Die dort arbeitenden Häftlinge erhielten die Nummern 176512 bis 179567, darunter war der Häftling Justin Levi mit der Nummer 177934.

Vortrag: Das Landjudentum

Unser Vereinsmitglied Dieter Kaufmann spricht am
Mittwoch, 29. November 2017 um 14.30 Uhr
im Haus an der Walk, Öhringen über

„Das Landjudentum – eine bei uns (fast) vergessene Lebensform“

Der Vortrag stützt sich im Wesentlichen auf eine Verbindung von historischen Unterlagen, der Literatur und dem tatsächlichen Weltgeschehen. Der Makrokosmos eines Dorfes wie Berlichingen hatte keinen Einfluß auf das große Ganze. Das Weltgeschehen aber sehr wohl auf das Dorf. Das Landjudentum steht für die spezifische Form deutsch-jüdischen Lebens auf dem Land vor 1933.

Der Eintritt zu diesem Vortrag ist kostenlos